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  1. Leitbild/Konzept

Pflegeleitbild


Vorwort: Im Leitbild eines Heimes kommt der Grundgedanke der Ausrichtung eines Heimes zum Ausdruck. An ihm lehnen sich nicht nur die konzeptionelle Ausrichtung und das Pflegekonzept einer Einrichtung an, sondern an ihm orientiert sich in deren jeweiligen Vollzug auch das gesamte praktische Handeln.


1. Unsere Einrichtung hat es sich zur Aufgabe gemacht, jeden älteren und/oder pflegebedürftigen Heimbewohner im Rahmen der vielen vorhandenen Möglichkeiten ganzheitlich zu betreuen und pflegerisch zu versorgen. Dabei soll allgemein allen Bewohnerinnen und Bewohnern auch weiterhin die Teilnahme am Leben in der Gesellschaft ermöglicht werden.

Im Mittelpunkt dieser Aufgabe steht immer der Bewohner bzw. die Bewohnerin, kurz gesagt: der Mensch selbst. Dessen Würde ist unantastbar.
Wir werden niemanden wegen seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seiner Behinderung, seines Geschlechtes, seiner geschlechtlichen Selbstbestimmung, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligen oder bevorzugen. Wir respektieren das Recht auf Privatsphäre und auf Autonomie der uns anvertrauten Menschen und treten ihnen offen und verständnisvoll entgegen.

Die Bedürfnisse, Wünsche und Interessen unserer Bewohnerinnen und Bewohner und deren Befriedigung stehen bei unserer gesamten Betätigung im Vordergrund.

2. Unser Alten- und Pflegeheim versteht sich als modernes Dienstleistungsunternehmen. Deshalb leiten wir unser Handeln nach den Prinzipien einer bewohnerorientierten Pflege, Betreuung und Versorgung ab. Dabei nutzen wir die Reserven und Interessen unserer Heimbewohnerinnen und Heimbewohner, um mit ihnen gemeinsam den Pflegeprozess zu planen und durchzuführen.

Die „Ganzheitliche Versorgung“ aller in unserem Hause lebenden Heimbewohner ist für uns oberstes Ziel und Aufgabe. Dabei achten wir darauf, dass alle Heimbewohner so angenommen werden, wie sie sind, d. h. mit all ihren Problemen, Sorgen und Gebrechen.

3. Wir Mitarbeiter verstehen uns als Helfer bei den alltäglichen Dingen und Verrichtungen, die unsere Heimbewohnerinnen und Heimbewohner nicht oder nicht mehr (selbst) ausführen können. Jeder der Mitarbeiter ist neben seinen Aufgaben, die er zu erledigen hat, in der Lage, sich jeder Situation anzupassen und problembezogen zu handeln. So garantieren wir, dass jede Heimbewohnerin bzw. jeder Heimbewohner von uns so versorgt wird, wie sie bzw. er sich das wünscht und wie es erforderlich ist.

4. Die Pflege des Hauses selbst orientiert sich an den Grundsätzen der Qualitätssicherung des Pflegeversicherungsgesetzes (SGB XI) und seinen Erweiterungen. Eine enge Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden, Kostenträgern, Kranken- und Pflegekassen, Haus- und Fachärzten als auch mit Angehörigen und Betreuern ist für uns selbstverständlich und wird zum Wohle der Bewohner eingesetzt.

5. Durch regelmäßige Fortbildungen wird unser Wissensstand erhöht, um sich neuen Aufgaben und Anforderungen jederzeit mit dem nötigen Fachwissen anpassen zu können.


Bockenem, im Januar 2010

Die Mitarbeiter des Alten- und Pflegeheims Wosnitza

Pflegekonzept

nach Monika Krohwinkel

Unser Pflegekonzept ist die praktische Umsetzung unseres Pflegeleitbildes. Durch das Pflegekonzept werden klare Richtlinien und Handlungsanweisungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege gegeben. Zusätzlich regeln Pflege­standards, Arbeitsanweisungen und Verfahrensanweisungen die Organisation und Arbeitsweisen in der Pflege. Dieses geschieht auf der rechtlichen Grundlage ent­sprechend § 80 SGB XI.

Das Konzept kann man auf einen Punkt bringen:

Der Bewohner steht im Mittelpunkt unseres Denken und Handelns.

Die Pflegemitarbeiter nehmen sich Zeit für die Bewohner. Sie erkennen die Fähig­keiten der Bewohner und fördern diese. Das fängt bei der Kleiderauswahl an und endet bei der Begleitung in schwierigen Lebenssituationen.

Mit unserem fachlichen Rat, unserer professionellen Pflege und unserer Zuwendung setzen wir uns für unsere Bewohner ein.

1. Pflegeprozess: Wir haben uns das Pflegekonzept von Monika Krohwinkel zu Eigen gemacht, das einen ganzheitlichen Pflegeprozess am Bewohner fordert.

Die von Monika Krohwinkel erstellten AEDL umfassen 13 Bereiche des Lebens, die mit- und untereinander in Beziehung stehen. Im Rahmen der existenziellen Erfah­rungen und den Einflussfaktoren entwickelt jeder Mensch seine ureigenen, unver­wechselbaren und damit individuellen Lebensstil, den es in der Pflege alter und kranker Men­schen zu respektieren gibt.

Kommunizieren
Bewohner als Individuum ernst nehmen
Gespräche als wichtigen Bestandteil der Pflege nutzen
Bewohner/in bei krankheitsbedingten Beeinträchtigungen unterstützen und fördern
Einbeziehung von Angehörigen

Sich bewegen
Unterstützende und aktivierende Pflege einschließlich Hilfsmittelberatung und ggfs. Organisation
Vermittlung von Krankengymnastik, Ergotherapie, Begleitperson für Spaziergänge, Beratung bei der Wohnraumgestaltung
Vitale Funktionen des Lebens aufrecht erhalten
Kontinuierliche, fachgerechte Krankenbeobachtung
Pflegeberatung bei chronischen Störungen
Bei Bedarf Kontaktaufnahme mit den behandelnden Ärzten
In Notfallsituationen qualifiziert handeln

Essen und trinken
Beratung bei Ernährungsfragen
Auf Ernährungsgewohnheiten achten
Zubereitung der Mahlzeiten
Hilfestellung zur selbstständigen Zubereitung geben
Bei Bedarf Verabreichung der Nahrung
Bei Nahrungsverweigerung Klärung der Ursachen mit Angehörigen und Ärzten differenziert handeln

Ausscheiden

Auf regelmäßige Ausscheidung achten, ggfs. Hausarzt informieren
Auf Gewohnheiten des/der Bewohner/s/in achten
Vorbeugende Maßnahmen: Kost, Flüssigkeit
Ausscheidungen beobachten
Dem/Der Bewohner/in Zeit lassen
Bei Problemen Gesprächsbereitschaft signalisieren, Probleme ernst nehmen


Sich kleiden
Selbstbestimmung bei der Kleiderwahl unterstützen
Beratung
Auf regelmäßigen Wäschewechsel achten, ggfs. Anregung

Ruhen und Schlafen
Auf Schlafgewohnheiten Rücksicht nehmen
Beratung bei Schlafstörungen, evtl. mit Hausarzt besprechen

Sich beschäftigen
Sich in Gesprächen über Interessen des/der Bewohner/s/in informieren
Wenn gewünscht, die Teilnahme an Veranstaltungen der Einrichtung ermöglichen
Zur Beschäftigung anregen
Hilfestellung bei Problemen
Hilfsmittel organisieren

Sich als Mann bzw. Frau fühlen und verhalten
Intimsphäre waren
Geschlechtsspezifisches Selbstwertgefühl unterstützen
Für eine sichere Umgebung sorgen
Auf Gefahrenquellen achten und wenn möglich ausschalten
Sicherheitsgefühl vermitteln
Beachtung der Hygienevorschriften
Orientierungshilfen geben

Soziale Bereiche des Lebens sichern
Kontakte erhalten (Angehörige, Freunde, Kirchengemeinde)
Bei Wunsch neue Kontakte herstellen

Mit den existentiellen Erfahrungen des Lebens umgehen
Distanz halten und gleichzeitig Vertrauen aufbauen, Offenheit, Ehrlichkeit
Einbeziehung von Familienangehörigen
Begleitung in schwierigen Lebenssituationen, z. B. Sterbebegleitung
Ständige Erreichbarkeit
Bei Wunsch Kontakt zu Geistlichen herstellen
Einsatz der Pflegekräfte nach Bedarf
Unterstützung und Begleitung der Angehörigen
Auf besondere Wünsche von Bewohnern und Angehörigen achten und - wenn möglich - erfüllen

2. Innerbetriebliche Kommunikation

Für die ordnungsgemäße Durchführung des Pflegeprozesses ist eine funktionierende innerbetriebliche Kommunikation unumgänglich. Diese wird gewährleistet durch:

Innerbetriebliche Fortbildungen
Strukturierte Übergaben bei Schichtwechsel
Pflegevisiten
Gesprächen mit Angehörigen und Betreuern
Speiseplankommission bestehend aus Vertretern der Küche, der Pflege und des Heimbeirats
Qualitätszirkel = regelmäßige Zusammenkünfte zwischen Pflegepersonen und Hauswirtschaft, bei Bedarf auch Anwesenheit der Heimleitung und/oder der Haustechnik
Qualitätsmanagement
Beteiligung von Vertretern aller Bereiche bei einer erweiterten Heimbeiratssitzung
Bei Bedarf, mindestens aber einmal jährlich Betriebsversammlung

3. Qualitätssicherung
In der Pflegewissenschaft selbst mangelt es weiterhin an geeigneten Qualitätssiche­rungssystemen. Deshalb lehnen auch wir uns vorerst an den Qualitätsmanagement-Ansatz der ISO 9000 ff. an. Dabei ist uns bekannt, dass diese internationalen Stan­dards, die eigentlich für die Industrie gelten, weder Normen für Dienstleistungen noch für Qualitätsmanagementsysteme darstellen, sondern lediglich Elemente be­schreiben, die ein Qualitätsmanagementsystem zu erfassen hat. Diese werden von uns in die Praxis umgesetzt durch:

Bereitstellung von ausreichendem und qualifiziertem Personal in allen Schichten
Strukturierte Pflegeorganisation unter Berücksichtigung der Wünsche und Erwartungen der Bewohner einerseits und der gesetzlichen Zeitvorgaben für die einzelnen Pflegestufen andererseits
Führung eines umfangreichen Dokumentationssystems
Evaluierung der Pflegeplanungen in kurzen Zeitabständen
Arbeiten nach Standards und nach Expertenstandards
Regelmäßige Zusammenkünfte von Pflegeverantwortlichen zur Aufrechterhaltung und Überprüfung der Pflegequalität
Arbeiten nach selbsterstellten Konzepten für die Pflege, für die Beschäftigung und Betreuung der Bewohner, die Hauswirtschaft sowie der Haustechnik
Interne und externe Fortbildungen der Mitarbeiter

Bockenem, 2010

Pflegedienstleitung